Jagdmunition

Ideologie kontra Vernunft

Einen weiteren Feldzug gegen die traditionelle und ethische Jagd veranstaltet der ÖJV zusammen mit den GRÜNEN und Naturschutzverbänden durch die Diffamierung konventioneller Jagdmunition. Ohne belastbare Daten vorweisen zu können wird eine Gesundheit gefährdende Bleibelastung von Wildbret durch die Verwendung bleihaltiger Jagdbüchsengeschosse behauptet.

Inwieweit aber sachlich argumentiert wird, sei dahingestellt. Auf der Suche nach wissensbasierten Argumenten wurde von politischer Seite das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin) mit Forschungsarbeiten beauftragt. Im Ergebnis konnte selbst bei diesen Untersuchungen keine generelle Gefährdung der Normalbevölkerung durch den Verzehr von mit bleihaltigen Jagdgeschossen erlegten Wildbrets nachgewiesen werden. Vorsichtshalber wurde aber bei Schwangeren, Kleinkindern und Vielverzehrern von einer evtl. möglichen Gefährdung gesprochen, was auch immer das bedeuten soll.

Klare Fakten und Erkenntnisse blieben leider Fehlanzeige. Das BfR weigerte sich sogar einen Grenzwert für den Bleigehalt in Wildbret zu definieren, obwohl für landwirtschaftlich erzeugtes Fleisch von der EFSA sehr wohl ein Grenzwert existiert, der bei 0,1 mg/kg Fleisch liegt.

Um das Thema einmal aus verschiedenen Blickwinkeln möglichst objektiv und vorurteilsfrei zu beleuchten, fanden sich sechs Autoren aus freien Stücken zusammen und hielten bisher vier Fachtagungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit großer Resonanz ab.

jagdgeschosseDas Ergebnis der Untersuchungen können Sie in der Broschüre

Konventionelle und innovative
Jagdbüchsengeschosse
Fakten, Bewertungen, Entscheidungshilfen

nachlesen, die Sie hier als PDF-Datei downloaden können (6,31MB).

Diese Fachbroschüre gibt es auch in gebundener Form. Sie kann z.B. über RUAG Austria bezogen werden.

Weltweit ist der Begriff Blei äußerst negativ belegt. Dabei wird jedoch nicht zwischen metallischem Blei und Bleiverbindungen unterschieden. Bleiverbindungen sind zweifelsfrei meist hoch toxisch. Wie sieht es aber mit metallischem Blei aus? Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, meinte schon im 16. Jahrhundert: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei.“

Ist also metallisches Blei auch schon in geringen Mengen ausschließlich schädlich? Nach derzeit vorherrschender Meinung JA. Seriöse Untersuchungen sprechen aber eine eindeutig andere Sprache. Offensichtlich ist metallisches Blei als Spurenelement bei diversen enzymatischen Prozessen des Organismus eben doch essentiell und bedingt bei Unterversorgung Mangelerscheinungen. Zu bedenken ist allerdings, dass es aufgrund des ubiquitär vorkommenden und durch die Industrie eingetragenen Bleis in die Umwelt zu keiner Unterversorgung kommen kann, höchstens zum Gegenteil.

Diesen Tatbestand verdeutlichen drei wissenschaftliche Arbeiten, die Sie durch anklicken des Titels nachlesen können:

Hämatologische Veränderungen bei alimentärem Bleimangel
Depletionsstudie zur Essentialität von Blei
Zur Essentialität von Blei für das tierische Wachstum

Jagd und Natur tv.

Eine interessante Diskussionsrunde zum Thema konventionelle und innovative Jagdbüchsengeschosse können Sie Sich über das Portal Jagd und Natur tv. ansehen. Die Sendung dauert gut 100 Minuten.

 

 

anblick_titelbildZeitgleich mit dem Jagd-Talk erschien im Österreichischen Jagdjournal „DER ANBLICK“ ein Artikel über die Bleibelastung der Grönländer. Es wird dort der Eindruck erweckt, dass die Einwohner Grönlands durch den Konsum von mit Bleischrot erlegten Eiderenten und Dickschnabellummen erheblich bleiverseucht seien. Die gemessenen Bleiwerte bei Konsumenten und Wasservögeln mögen ja stimmen, der Kausalitätszusammenhang wurde aber willkürlich hergestellt und wissenschaftlich nicht bewiesen.

Den Artikel im ANBLICK sollten sie bitte hier aufmerksam lesen und sich anschließend den nicht vollständig abgedruckten Leserbrief hier ansehen. Die blauen Absätze wurden durch die ANBLICK-Redaktion gestrichen.

Wenn Sie beides gelesen haben, dürfte wohl klar sein, dass der Bleigehalt der Seevögel und folglich auch der Grönländer über die Ernährungsweise der Vögel verursacht wird und nicht durch die Jagdmunition.

Blei ist nicht gleich Blei

Seit geraumer Zeit versucht der ÖJV die traditionelle Jagd auch über die Diffamierung bleihaltiger Munition zu untergraben. Das politische Sprachrohr dieses Vereins sind die GRÜNEN, bis 2013 in der Person von Cornelia Behm (MdB bis 2013).

Im Dezember 2012 kam ein Beitrag im ZDF auf Frontal21 in diesem Sinn und eine Woche später im Bayerischen Fernsehen auf Bayern 3 in der Sendung Quer schon wieder das gleiche Thema.

Ganz bewusst wurde in der Sendung „Quer“ eine Röntgenaufnahme eines mit Bleimunition erlegten Rehs gezeigt, das aber noch nicht nach den wildbrethygienischen Richtlinien versorgt worden war. Es war also weder aufgebrochen noch aus der Decke geschlagen. Auch Ein- und Ausschuss waren nicht ausgeschnitten.

Damit sollte eindringlich suggeriert werden, wie „schädlich“ solches Wildbret doch sei. Gleichzeitig wurden die erkennbaren Metallsplitter ausschließlich als Bleisplitter bezeichnet ohne zwischen Tombak (Geschoßmantel) und Blei zu differenzieren. Bezeichnend ist auch, dass genau diese Röntgenaufnahme aus der Zeitschrift Ökojagd von 2008 stammte.

Die Beiträge können Sie sich unter diesen Links herunterladen oder auch nur ansehen:

Frontal 21 vom 04.12.2012 – Blei im Wild – Streit um giftige Munition

Quer vom 13.12.2012 – Giftiger Braten? – Rückstände im Wild durch Bleigeschosse

Fazit beider Sendungen, ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit wurde vor dem Verzehr von Wildbret, das mit bleihaltiger Munition erlegt wurde, gewarnt. Dabei bediente man sich des pauschalen Klischees vom giftigen Blei. Nicht erwähnt wurde natürlich der gravierende Unterschied zwischen Bleiverbindungen und elementarem Blei.

Unbestritten sind anorganische oder organische Bleiverbindungen toxisch ganz im Gegensatz zu reinem Bleimetall. Elementares Blei, das mit der Nahrung aufgenommen wird, kann höchstens in sehr geringen Spuren in die Blutbahn gelangen, da Blei weder mit Säuren noch mit Laugen reagiert. Es ist so inert wie Gold.

In Jagdmunition wird aber nur elementares Blei verbaut. Bei sachgerechter Versorgung des erlegten Wildes sind keine oder nur unbedeutende Metallreste im Wildbret noch nachweisbar mit einem Gesundheitsrisiko für den Verbraucher, das gegen Null geht.

Hierzu gibt es eine ausgezeichnete Untersuchung des Deutschen Jagdverbands, die sehr deutlich vor Augen führt, wie die Realität aussieht.

Unsere Stellungnahme zum Thema Gefährdung durch bleihaltige Jagdmunition finden Sie hier.