Wald und Wild

Schalenwild und Wald

Eine Übersichtsarbeit von Frau Dr. Christine Miller

beiß_michDas bayerische Verbissgutachten, das seit 1986 absichtsvoll als Herrschaftsinstrument zur Anhebung der Schalenwildabschüsse missbraucht wird, brandmarkt das wiederkäuende Schalenwild als den Waldschädling schlechthin. Gedanken zu positiven Wechselwirkungen von Wald und Wild sind beim Staat und ÖJV gänzlich unbekannt. Monoman kennt man dort als „Allheilmittel“ nur das gnadenlose Herunterschießen der Wildbestände auf ein wildbiologisch nicht mehr verantwortbares Minimum.

Frau Dr. Christine Miller veröffentlichte nun in der PIRSCH 4/2015 ihre hervorragende Arbeit zu den positiven Wechselbeziehungen von großen Pflanzenfressern und Flora. Unter diesen Aspekten kann die monokausale Sichtweise des bayerischen Verbissgutachtens nur noch als erbärmlich erscheinen.

Mit freundlicher Genehmigung der PIRSCH können Sie den Beitrag hier downloaden.

Jahresabschluss 2013/2014 der Bayerischen Staatsforsten

Der Jahresabschluss 2014 der Bayerischen Staatsforsten bietet einige aufschlussreiche Erkenntnisse. So wird im Bereich Jagd und Fischerei die „dienende“ Aufgabe der Jagd gleich in der Einleitung als allgemein akzeptiertes Faktum dargestellt, frei nach dem Motto, oft genug behaupteter Unsinn wir bald nicht mehr hinterfragt werden.

Wie allgemein bekannt, nützt die Fokussierung auf einen möglichst hohen Schalenwildabschuss weder dem Wild noch dem Wald, schadet aber der Akzeptanz der Jagd in der Öffentlichkeit. Und genau das scheint gewollt zu sein.

Ist es verwunderlich, dass die Pachtnachfrage nach Staatsjagdrevieren weiterhin sehr verhalten bzw. rückläufig ist? Welcher vernünftig denkende Jäger kann oder will schon die Pachtvorgaben des Staates akzeptieren als da sind:

  • deutlich überhöhte Abschusspläne, die nicht mehr erfüllbar sind
  • Abschuss nach dem Motto Zahl vor Wahl, Wald vor Wild, Mammon vor Moral
  • Fütterungsverbot trotz Notzeit
  • verkürzte Pachtzeiten mit Kündigungsklausel bei Nichterfüllung der Abschusspläne

Beim Verkauf von Jagderlaubnisscheinen kommt noch hinzu, dass diese nur jährlich vergeben und sehr oft schon auf neun Monate begrenzt werden. Ferner haben die Pirschbezirkler zusätzliche Drückjagden in ihrem Bezirk zu akzeptieren. Eigentlich unverständlich, dass es zwar schon weniger aber immer noch so viele pachtwillige Jäger/Innen gibt. Was hat die strikte Beschränkung auf den Abschuss noch mit Jagd zu tun?

Klare Worte sprechen die Abschusszahlen in der Regiejagd. Beim Rotwild konnte noch eine Steigerung um 57 Stück erzielt werden. Wichtig zu wissen ist aber, dass im Jagdjahr 2013/2014 im gesamten Alpenraum zusätzlich 251 Stück Rotwild zu sog. „Diagnostischen Zwecken“ in und um Wintergatter herum auch in der Schonzeit erlegt wurden.

Beim Gamswild sank die Jagdstrecke unter das Niveau von 2011/2012 und beim Rehwild unter die Zahlen von 2010/2011. Das sollte doch zu denken geben. Ganz offensichtlich sind die Abschusspläne schon heute auch mit unzähligen Drückjagden nicht mehr erfüllbar.

Einen Auszug des Jahresabschlusses können Sie hier ansehen.

Schalenwild als Waldgestalter

jagdgespraech_hofmannProfessor Dr.med.vet. Reinhold R. Hofmann, Berlin und Baruth/Mark, zeigt mit seiner viel beachteten Arbeit zum Schalenwild auf, wie diese Spezies seit Jahrmillionen die Naturlandschaft aktiv gestaltete. Schon lange vor dem Erscheinen des Menschen waren Wiederkäuer effiziente Landschafts- und Waldgestalter. Dazu gehört das Beäsen von Gras- und Waldgemeinschaften, an das sich die Flora evolutionär sehr gut angepasst hat.

Erst im Konkurrenzkampf um Ressourcen wird den Wiederkäuern in unserer Kulturlandschaft der Status von (Wald-)Schädlingen zugewiesen. Ist diese Haltung guten Gewissens auch vertretbar??

Wenn Sie Prof. Hofmanns Ausführungen studiert haben, werden Sie hoffentlich umfassender denken und den Wildtieren ihre Daseinsberechtigung nicht mehr streitig machen.

Hier der Link zur Arbeit


Ausverkauf der Deutschen Wälder

buchenwaldChinas Rohstoffhunger ist mit steigender Tendenz ungebremst. Die Bayerischen Staatsforsten und auch die Staatsforsten anderer Bundesländer folgen hemmungslos dem Ruf des G(o)eldes  und haben keine Scheu alte Buchenwälder weit über die Nachhaltigkeit hinaus einzuschlagen. Wenn nur die „Kohle“ stimmt, die Bilanz glänzt und ein toller Umsatz präsentiert werden kann, dann müssen jahrhundertealte Buchen fallen.

Hier ein Schreiben an Dr. Freidhager, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, von Toni Zembsch.

 

 

Zunahme der Waldfläche Bayerns

Das Schalenwild frisst den deutschen Wald auf, so hieß und heißt es immer wieder in den Medien. Deshalb müsse scharf bejagt und die Wilddichte auf ein waldvertägliches Maß heruntergeschossen werden. Waldsterben von oben hieß es in den siebziger und achziger Jahren (sauerer Regen) und Waldsterben von unten in den letzten Jahrzehnten (Wildbestand). Keiner der Kassandrarufer von damals und heute behielt Recht.

Der Wald in Bayern wächst wie noch nie, so die Aussagen des Ministers Helmut Brunner. Was stimmt denn nun? Wird der deutsche Wald tatsächlich vom „ausufernden“ Schalenwild aufgefressen oder ist das ganze Spektakel doch nur dazu da, um kräftig Dampf auf Reh-, Rot-,Dam-, Muffel- und Gamswild machen zu können ganz im Sinne der Ökofraktionen?

Ein aufschlussreicher Artikel der SZ vom 12.06.2014 ist hier zu finden.

Dr. Hubertus Rechberg schrieb einen treffenden Leserbrief zum Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 9. Oktober 2014 „Bayerns Wäldern geht es gut“.

Orkankatastrophen im Bergwald

Glaubt man den Medien, dann sind die Orkankatastrophen der letzten Jahrzehnte ein neues Phänomen und dem anthropogenen „Klimawandel“ geschuldet. In der Diskussion hilfreich wäre allerdings zunächst mal zwischen „Klimawandel“ und Klimaschwankung zu unterscheiden. Neu sind besagte Windwürfe aber keineswegs.

Föhnstürme in den Bergen gab es schon immer, auch mit entsprechenden Waldschäden. Fichtenmonokulturen sind hingegen das Werk der Beförsterung, – in den Alpen seinerzeit beflügelt durch den unstillbaren Holzhunger der Salinewirtschaft -, und eben nicht durch den behaupteten selektiven Verbiss des wiederkäuenden Schalenwilds entstanden.

Ein aufschlussreicher Bericht über den großen Windwurf von 1919 im Spitzinggebiet zeigt sehr deutlich, dass man mit solchen Katastrophen durchaus vernünftig umgehen kann. Damals wurde die Holzasche des gesamten Gipfel- und Astholzes der Natur mit Erfolg wieder zugeführt und damit der Boden für den neuen Wald gedüngt. Heutzutage fliegt man alles liegende Holz per Hubschrauber zu Tal, entzieht damit dem Gebiet alle im Holz gespeicherten Mineralien und gibt die ohnehin dünne Humusschicht der Erosion preis.

Wenn dann kein neuer Wald so recht gedeihen mag, kennt man den Schuldigen schon: Das Schalenwild!!

Den genannten Bericht können Sie über diesen Link nachlesen:

Föhnsturm im Spitzinggebiet