Vegetationsgutachten

Arrogante Fortschreibung des Verbissgutachtens im Jahr 2018

Wie zu erwarten war, wurde an der Systematik des Verbissgutachtens für das Jahr 2018 absolut nichts geändert. Die Verbesserungsvorschläge zur Abmilderung eklatanter Mängel bei Aufnahme und Auswertung der „Verbissaufnahmen“, die eine Arbeitsgruppe in zahlreichen Sitzungen erarbeitet hatte, wurden vom Bauernverband, Waldbesitzerverband und anderen Naturnutzerverbänden ohne jegliche Begründung abgelehnt.

Man konnte immer wieder hören, es dürfe nichts an der Systematik geändert werden, um die Vergleichbarkeit mit früheren Ergebnissen nicht zu gefährden. In Analogie dazu müsste man immer wieder bei Rot über die Ampel fahren, wenn man es einmal getan hat, um vergleichbar zu bleiben.

Wie borniert muss man sein, offenkundiges Fehlverhalten nicht korrigieren zu wollen um vergleichbar zu bleiben? Im Grunde geht es natürlich nicht um die vorgeschobene Vergleichbarkeit, sondern um die Fortschreibung des wissenschaftlich höchst fragwürdigen Verbissgutachtens als Herrschaftsinstrument zur Durchsetzung überhöhter Abschusspläne ganz im Sinn von Wald vor Wild.

Auch die „neue“ Anweisung für die Erstellung der Forstlichen Gutachten 2018 habe ich gründlich durchgesehen und erneut mit Kommentaren versehen. Wie mühsam es für den einzelnen Revierpächter auch erscheinen mag, es ist unverzichtbar, dass jeder sich mit dem Thema befasst. Wie sonst sollte er/sie als kompetenter Partner/in den Gutachtern Paroli bieten können.

Die beiden Dateien (Anweisung und Kommentare) können Sie über nachfolgende Links herunterladen und öffnen. Öffnen Sie zuerst die Kommentare und im zweiten Schritt die Anweisung. In der Einleitung der Kommentare ist beschrieben, wie Sie diese den Textstellen der Arbeitsanweisung zuordnen können.

Kommentare zur Arbeitsanleitung Verbissgutachten 2018 gesichert (PDF-Datei 411 KB)

Anweisung Forstliche Gutachten 2018 gesgesichert (PDF-Datei 7,68 MB)

Systemfehler im Vegetationsgutachten 2015 wird fortgeschrieben

vegu_2015Das Vegetationsgutachten 2015 steht vor der Tür. Es ist also nicht zu früh, sich mit der Systematik der Verbissaufnahme auseinanderzusetzen. Die Arbeitsanleitung zur Verbissaufnahme für 2015 ist aus dem Netz herunterzuladen.

Unverzichtbar ist es, die Anleitung gründlich zu lesen, um die wissenschaftlich fragwürdige Systematik und statische Auswertung der Verbissaufnahme zu verstehen. Es stechen doch wieder viele Auffälligkeiten ins Auge, die geeignet sind, das Ergebnis der Verbissinventur möglichst schlecht darzustellen. Damit soll auch künftig ermöglicht werden, die Schalenwildbestände auf ein wildbiologisch nicht mehr vertretbares Minimum herunterschießen zu können.

Um nur ein paar Punkte zu nennen:
Der unerhebliche Seitentriebverbiss wird bei der Aufnahme dem Gesamtverbiss und den Fegeschäden zugeschlagen, sodass für den Prozentsatz und die Anzahl der geschädigten Pflanzen wesentlich schlechtere Werte in die Statistik eingehen als den Tatsachen entspricht. Berücksichtigt werden dürften aber nur der Leittriebverbiss und die Fegeschäden.

Hinzu kommt noch, dass der Seitentriebverbiss und die Fegeschäden ohne Berücksichtigung des Entstehungszeitpunkts in das Zahlenwerk eingehen. Somit erstreckt sich das „Gutachten 2015“ nicht auf die Wuchsperiode 2014/2015, wie es den Anschein erwecken soll, sondern auf einen undefinierten Zeitraum.

Auf die gleiche Weise werden die Vegetationsdichten für überlebensfähige Pflanzen deutlich heruntergerechnet, was nochmals dadurch verschlimmert wird, dass für die Pflanzendichten der Medianwert und für die Verbissprozente der Mittelwert berechnet wird, bisher jedenfalls. In den meisten Fällen liegt der Medianwert deutlich unter dem arithmetischen Mittelwert.

Wir haben uns die Mühe gemacht, die Arbeitsanleitung zur Erstellung des Gutachtens genau zu studieren und möglichst umfassend zu kommentieren. Arbeitsanleitung und Kommentare können Sie hier downloaden. Es ist sinnvoll, sich die Datei auf den eigenen PC zu ziehen, denn dann steht Ihnen die volle Funktionalität der PDF-Datei zur Verfügung. Am besten öffnen Sie beide Dateien (Arbeitsanleitung und Kommentarliste) gleichzeitig und vergleichen die zugehörigen Seiten.


 

Am 23. Februar 2013 fand im Hörsaal am Löwentor in Freising-Weihenstephan ein Symposium der Jagdagenda 21 e.V. statt mit dem Thema:

„Verbissgutachten“ auf dem Prüfstand von Wissenschaft und Praxis

Etwa 120 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und konnten nach ihrem eigenen Bekunden viele wertvolle Informationen mit nach Hause nehmen. Einige Gäste kamen bis aus Hessen und den neuen Bundesländern.

Die Themen gliederten sich in fünf Bereiche:

1. Das Forstliche Gutachten in der Abschussplanung und die Mitwirkung der AELFs – Rückblick und Ausblick (Stefan Schopf, Dipl. Forstwirt, Kaufbeuren, 1. Vorsitzender der Jagdagenda 21 e.V.)

2. Die Zuordnung des Verbissbildes zum Verursacher (Dieter Immekus, Dipl. Ing. (FH))

3. Die Bedeutung der Pflanzendichte für das, was weiterwächst (Dr. med. Holger v. Stetten, Internist, Freising)

4. Die Interpretation tabellarisch gelisteter Prozentzahlen durch forstliche Experten (Prof. Dr. Dr. Ernst Fink, Weismain)

5. Rechtfertigt der Datenschutz die Verschlüsselung der Aufnahmedaten, so dass diese den Aufnahmeflächen nicht zugeordnet werden können? (Peter Sulzmann, Rechtsanwalt, Seligenstadt)

Wenn Sie sich über die Tagung näher informieren möchten, können Sie das gerne tun. Die entsprechenden Dateien haben wir hier hinterlegt. Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie Sich mit dem wichtigen Thema <Vebissgutachten und Abschusspläne> näher auseinandersetzen könnten.

Vortrag Stefan SchopfVortrag Nr. 1

Das Forstliche Gutachten in der Abschussplanung und die Mitwirkung der AELFs – Rückblick und Ausblick

Den Vortrag können Sie hier als PDF-Datei ansehen und herunterladen.

Vortrag Stefan Schopf

 

eichhoernchenVortrag Nr. 2

Die Zuordnung des Verbissbildes zum Verursacher (Dieter Immekus, Dipl. Ing. (FH))

Den Vortrag können Sie hier als PDF-Datei ansehen und herunterladen.

Vortrag Dieter Immekus

 

 

Vortrag v Stetten

Vortrag Nr. 3

Die Bedeutung der Pflanzendichte für das, was weiterwächst (Dr. med. Holger v. Stetten, Internist, Freising)

Den Vortrag können Sie hier als PDF-Datei ansehen und herunterladen.

Vortrag Dr. von Stetten

 

Vortrag Fink

Vortrag Nr. 4

Die Interpretation tabellarisch gelisteter Prozentzahlen durch forstliche Experten (Prof. Dr. Dr. Ernst Fink, Weismain)

Den Vortrag können Sie hier als PDF-Datei ansehen und herunterladen.

Vortrag Prof. Dr. Fink


Wenn Sie nähere Einzelheiten zur Systematik des bayerischen Vegetationsgutachtens interessieren, folgen Sie bitte diesem Link


Ist Verbiss auch wirklich ein Schaden?

Viele Menschen glauben das, besonders wenn sie als Waldbesitzer direkt davon betroffen sind oder sich für Fachleute halten, weil sie solche Thesen ständig über die Medien erfahren. Helene Häsler vom Eidgenössischen Forschungs-institut für Forstwissenschaft der Schweiz wollte es ganz genau wissen und dokumentierte „Verbiss“ über Jahre.

Lesen Sie selbst..

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